Viele Unternehmen investieren viel Zeit in Inhalte, Bilder und Texte ihrer Website – und wundern sich trotzdem, warum sie bei Google nicht gefunden werden. Ein Grund, der dabei oft übersehen wird, ist technisch und auf den ersten Blick unspektakulär: die Ladezeit. Seit einigen Jahren fließen die sogenannten Core Web Vitals direkt in das Google-Ranking ein, nicht nur als Nebenkriterium, sondern als eigenständiger Faktor.
Was Core Web Vitals konkret messen
Hinter dem Begriff stecken drei Messwerte. Largest Contentful Paint (LCP) misst, wie lange es dauert, bis der größte sichtbare Inhalt einer Seite geladen ist – meist ein Bild oder eine Überschrift im oberen Bereich. Interaction to Next Paint (INP) misst, wie schnell eine Seite auf Klicks oder Eingaben reagiert, also wie „responsiv“ sie sich tatsächlich anfühlt. Cumulative Layout Shift (CLS) erfasst, wie sehr sich Inhalte während des Ladens noch verschieben – etwa wenn ein Bild nachträglich nachlädt und der Text darunter nach unten springt, während man gerade lesen oder klicken will.
Alle drei Werte haben eines gemeinsam: Sie messen nicht, wie eine Website aussieht, sondern wie sie sich anfühlt, wenn man sie tatsächlich benutzt. Das ist ein wichtiger Unterschied zu klassischen Design-Kriterien.
Warum das für die Sichtbarkeit zählt
Google nutzt die Core Web Vitals als einen von mehreren Signalen im sogenannten Page-Experience-Ranking, zusätzlich zur inhaltlichen Relevanz. Wichtiger als der reine Ranking-Effekt ist in der Praxis meist ein anderer Punkt: Nutzerinnen und Nutzer verlassen langsame Seiten überdurchschnittlich häufig, bevor sie überhaupt geladen sind – vor allem auf dem Smartphone und in Regionen mit schwächerer Mobilfunkverbindung, was gerade für lokale Unternehmen außerhalb der Großstädte relevant ist. Eine schlechte Ladezeit kostet also nicht nur Ranking-Punkte, sondern auch tatsächliche Besucher, bevor sie den eigentlichen Inhalt überhaupt gesehen haben.
„Eine Website, die niemand zu Ende lädt, ist inhaltlich egal, wie gut sie ist.“
In der Praxis lassen sich die größten Verbesserungen meist mit wenigen, gezielten Maßnahmen erreichen: Bilder in modernen Formaten und in der tatsächlich benötigten Größe ausliefern, statt sie im Browser herunterskalieren zu lassen; Schriftarten so einbinden, dass der Text nicht erst unsichtbar bleibt, bis eine externe Schriftdatei geladen ist; und JavaScript nur dort laden, wo es auf der jeweiligen Seite auch wirklich gebraucht wird, statt eine komplette Anwendung auf jeder Unterseite mitzuschicken. Next.js bringt für viele dieser Punkte – etwa über die eingebaute Bild- und Font-Optimierung – von Haus aus sinnvolle Standardlösungen mit, ersetzt aber nicht die Sorgfalt bei der konkreten Umsetzung.
Wichtig ist außerdem: Core Web Vitals sind kein Zustand, den man einmal beim Launch erreicht und dann abhakt. Jedes neue Bild, jedes zusätzliche Skript und jede neue Funktion kann die Werte wieder verschlechtern. Wer die Werte dauerhaft im grünen Bereich halten will, sollte sie regelmäßig prüfen – etwa mit den kostenlosen Tools PageSpeed Insights oder der Search Console – statt sie nur bei der Erstabnahme einer Website einmalig zu kontrollieren.